Wasser spritzt an den Rumpf, das Boot schaukelt leicht. Über Felsen hängt Nebel, ein dumpfes Grollen ist zu vernehmen. Plötzlich ein Ruck – die Passagiere beschleunigen rückwärts. Sekunden später schießen sie wieder nach vorne. Dann eine enge Kurve, fast wird ein Wrack gestreift, Spritzwasser peitscht nach oben.
Doch das Boot jagt weiter durch die Stromschnellen, es schwankt, die Menschen mittendrin. Dies ist kein Film – alles ist echt! Dies ist das „Rocking Boat“ auf „Mission Bermudes“ im französischen Freizeitresort „Futuroscope“ unweit von Poitiers im Westen Frankreichs. Der multimediale Zukunfts- und Wissenschaftspark hat sich zum Ziel gesteckt, durch spektakuläre Technik und kreative Inszenierung Neugier und Begeisterung für Innovation zu wecken. Dazu passt das „Rocking Boat“ wie ein maßgeschneiderter Raumanzug. Die Attraktion ist die neueste Entwicklung von Mack Rides aus Waldkirch, einem der weltweit führenden Hersteller von Fahrgeschäften für Freizeitparks. Sie ist alles in einem: Wasserbahn, Achterbahn, Bewegungssimulator. Die Innovation bringt daher ein ganz neues Fahrgefühl hervor.
Lang gehegten Traum erfüllt
Dabei steckt das Geheimnis in einem Hybridfahrwerk. Auf Landabschnitten läuft das Boot fest schienengeführt auf einem ausfahrbaren Chassis. Linearinduktionsmotoren sorgen für punktgenaue Beschleunigungen und Richtungswechsel – sogar rückwärts. Im Wasser senkt sich das Chassis unter den Rumpf ab, der dann frei schwimmt. Geführt wird die Fahrt aber weiterhin unsichtbar unterhalb der Wasseroberfläche, sodass enge Kurven und kontrollierte Bewegungen möglich sind, ohne auf das Wellen-Feeling zu verzichten. „Mit dem ‚Rocking Boat‘ erfüllen wir einen lang gehegten Traum: Ein Fahrkonzept, das Wasser, Land und spektakuläre Bewegungen vereint“, erklärt Geschäftsführer Christian von Elverfeldt.
Stromschnellen als Herzstück
Die wildeste Passage beginnt, wenn das Boot in einen Kanal eintaucht, durch den bis zu 8.000 Liter Wasser pro Sekunde rauschen. Nebelschwaden, tosende Wasserfälle und enge Passagen erzeugen den Eindruck echter Naturgewalt. Die gesamte Geschichte entführt in das berüchtigte Bermuda-Dreieck. Eine Forschergruppe verschwindet spurlos und die Passagiere werden auf Rettungsmission geschickt. Schon in der Warteschlange taucht man durch thematisierte Kulissen tief ins Szenario ein – Werkstätten, Schiffswracks, Forschungsausrüstung – alles wirkt wie aus einem Expeditionsfilm.
Zentral gesteuert
Gesteuert wird das „Rocking Boat“ von einem zentralen Computersystem, das Bewegungen, Sound und Spezialeffekte Millisekunden genau synchronisiert. Sicherheitssysteme, redundante Bremsen und permanente Sensorüberwachung sorgen für einen reibungslosen Betrieb. Christian von Elverfeldt betont den Innovationscharakter: „Die technische Herausforderung bestand darin, flüssige Übergänge zwischen den Fahrmodi zu schaffen. Das Schiff muss sich im Wasser frei anfühlen und dennoch vollständig kontrolliert bleiben. Das Ergebnis ist ein einzigartiges System, das noch viele spannende Einsatzmöglichkeiten hat.“
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