Ein Pfiff, nur Sekunden für eine Entscheidung: 2018 gerät Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich in Wolfsburgs Spiel gegen Schalke ins Zentrum überbordender Emotionen. Zwei seiner Pfiffe werden per Video-Assistent korrigiert – Gelb wird Rot, Rot wird Gelb. Dazu liefert er sich ein hitziges Wortduell mit Trainer Domenico Tedesco. Heute sagt er: „Meine Entscheidungen in diesem Spiel waren gruselig, zum Glück läuft es normalerweise sehr gut.“ Vor mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Europa-Park sprach der 47-Jährige über „Die zwei Wege zur richtigen Entscheidung“. Dabei zog Ittrich Parallelen zwischen Bundesliga und Arbeitswelt: Ob auf dem Rasen oder im Freizeitpark – unter Zeitdruck braucht es einen klaren Kopf. Kommunikation steht für ihn an erster Stelle: „Reden statt ausrasten – ehrlich, ohne Theater.“
Störende Gedanken ablegen
Ittrich berichtete ebenfalls von seiner 15-monatigen Zwangspause nach einer schweren Knieverletzung, die er als Chance nutzte, um Training und Methoden zu verändern. Ein weiteres Werkzeug: Die „imaginäre Liste“ störender Gedanken, die er als Schiedsrichter vor jedem Spiel mental ablegte. Das half ihm, den Fokus zu bewahren. Auf diese Weise wurde aus Bundesliga-Anekdoten und praktischen Tipps ein Impulsvortrag, der sein Publikum fesselte – und zeigte, dass Entscheidungsstärke überall gefragt ist.
Patrick Ittrich gehörte viele Jahre zu den profiliertesten Bundesliga-Schiedsrichtern. Zum Ende der Saison 2025/26 beendete er seine sportliche Karriere, unter anderem als Speaker bleibt er dem „Kosmos Bundesliga“ aber verbunden.
patrickittrich.de
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