Von außen still – von innen bewegt: Skulpturen von Stephan Balkenhol stehen an vielen prominenten Orten der Welt, so im Hirshhorn Museum Washington, dem Centre Pompidou Paris und in der Peggy Guggenheim Collection Venedig. Neuerdings sind sie auch im kleinen Rust zu erleben – in der Skulpturenallee des Europa-Park entlang der Alten Elz.
Dabei sind Balkenhols Figuren unaufgeregt, fast beiläufig. Eine Frau im blauen Kleid, ein Mann in Hemd und Hose – scheinbar gewöhnlich. Doch je länger man hinsieht, desto mehr entzieht sich die Figur der Eindeutigkeit. Wie die weiteren Figuren der Skulpturenallee führen sie den Spaziergänger auf leisen Sohlen in eine andere Sphäre. Dabei war von Anfang an klar: Kunst darf auch in einem Freizeitpark ihren Platz haben. Gerade dort. emotional pur traf den Künstler in seinem Karlsruher Atelier.
Herr Professor Balkenhol, Ihre Figuren wirken fast anatomisch korrekt – wie entstehen diese Proportionen?
Stephan Balkenhol: Durch Studium, Anschauung, Proportionslehre – und ein gutes Stück Gefühl.
Und dennoch: Sie erzählen keine Geschichten, sie lassen Raum.
Balkenhol: Genau. In ihnen steckt etwas Geheimnisvolles. Es ist nicht meine Aufgabe, das zu enthüllen. Das ist Sache des Betrachters.
Wie viel Handwerk steckt in Ihrer Kunst?
Balkenhol: So viel wie möglich. In meinem Studium habe ich viel Handwerkliches gelernt: Tischlern, Schweißen, Buchbinden – damals wusste ich noch nicht, wofür. Heute hilft es mir enorm. Ich weiß, was mit welchem Material geht. Aber: Kunst lässt sich nicht handwerklich bewerten. Eine schlecht geschweißte Skulptur kann trotzdem große Kunst sein.
Haben Sie eine besondere Verbindung zu Baden und damit auch zu Rust?
Balkenhol: Ja, seit meiner Professur in Karlsruhe in den 1990er-Jahren. Karlsruhe ist keine Weltstadt, aber mit großem kulturellem Angebot. Die Lebensqualität ist hoch und geografisch liegt es gut – nah an Frankreich, wo ich ebenfalls lebe und arbeite.
Haben Sie eine besondere Verbindung zu Baden und damit auch zu Rust?
Balkenhol: Ja, seit meiner Professur in Karlsruhe in den 1990er-Jahren. Karlsruhe ist keine Weltstadt, aber mit großem kulturellem Angebot. Die Lebensqualität ist hoch und geografisch liegt es gut – nah an Frankreich, wo ich ebenfalls lebe und arbeite.
Sie leben also in zwei Welten – Deutschland und Frankreich. Wie prägt Sie das?
Balkenhol: Sehr. Deutschland und Frankreich sind wie Geschwister mit eigenem Charakter. Ich ziehe mir das Beste aus beiden Kulturen. Europa lebt vom Austausch.
Stephan Balkenhol,
geboren 1957 in Fritzlar, studierte in Hamburg bei Ulrich Rückriem. Er lebt und arbeitet in Karlsruhe, Berlin, Kassel und Meisenthal (Frankreich). In der Skulpturenallee des Europa-Park ist er mit zwei Arbeiten präsent: Bojenmann I und II.
„Meine Skulpturen erzählen keine Geschichten. In ihnen versteckt sich etwas Geheimnisvolles. Es ist nicht meine Aufgabe, es zu enthüllen – sondern die des Zuschauers, es zu entdecken.“
– Stephan Balkenhol
Der außergewöhnliche Bildhauer
Stephan Balkenhol ist ein Weltstar der deutschen Kunstszene. Das Porträt von Sylvie Banuls und Peter Heller wirft einen Blick in seine Welt und beobachtet ihn bei der Arbeit.
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