Am Puls der Gäste

Mehr Gäste, mehr Events, aber Platzmangel: Der Europa-Park hat reagiert und Serviceteams ins nahe Mahlberg-Orschweier verlegt. Dort wird alles organisiert: vom Hotelzimmer bis zum Event

Der Europa-Park stößt in Rust an räumliche Grenzen. Der Freizeitpark verlagert daher bestimmte Bereiche ins Umland. So übernahm er unlängst das ehemalige Betriebsgelände des Unternehmens Blasi im Gewerbegebiet von Mahlberg-Orschweier, nur rund zehn Kilometer entfernt. Dort sind nun Hotelreservierung und Gästeservice unter dem Label „Customer Care Center“ gebündelt, zudem dient der Standort als Außenlager.

Die Nähe zum Park, die günstige Autobahnanbindung und die Möglichkeit, Funktionen zu bündeln, versprechen effizientere Abläufe und Erleichterung bei den Flächen in Rust. Doch auch die Region profitiert: Die Blasi GmbH wurde 1972 von Peter Blasi gegründet und entwickelte sich rasch zu einem innovativen Anbieter automatisierter Türsysteme – mit Meilensteinen wie großformatigen Aluminium-Schiebetüren oder vollelektronischen Antrieben. Nach der Übernahme durch den Schweizer Türanlagenhersteller Agta Record und einer Umstrukturierung wurde die Produktion in Mahlberg-Orschweier Ende 2024 eingestellt. Der Umzug von Hotelreservierung und Gästeservice des Europa-Park in das Gelände bringt daher weitere Impulse für Infrastruktur, Wirtschaft und Arbeitsplätze. Vorteile ergeben sich ebenfalls für die umgezogenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das zeigt ein Vor-Ort-Termin.

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Mit Papagei in den Europa-Park?
Wer Deutschlands größten Freizeitpark besuchen will, der landet oft zuerst im „Customer Care Center“, das als eine Art Schaltzentrale für den tollen Aufenthalt fungiert. „Für viele sind wir die Ersten, mit denen ein Gast zu tun bekommt“, sagt Katharina Greissl, Teamleiterin Hotelreservierung. Doch im Gegensatz zu Achterbahnen oder Shows bleiben die rund 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem Center in der Regel für die Besucher unsichtbar. In verschiedenen Bereichen kümmern sie sich um Anfragen aus aller Welt. Sie buchen Hotels, verkaufen Tickets für Events, organisieren Menüwünsche für die Dinner-Show, Sitzplatzplanungen und sogar das passende Ambiente für Heiratsanträge oder Geburtstage.
Auch mit ungewöhnlichen Fragen hat das Servicecenter zu tun. „Ob man auch einen Papagei in den Europa-Park mitbringen darf“, wollte mal jemand wissen. Ebenso Anrufe wegen verlorener Brillen, verlegter Handys oder sogar eines zurückgelassenen Gebisses der Großmutter – das Servicecenter ist oft die erste Anlaufstelle.

Doppelt so viel Platz
Seit Spätsommer 2025 arbeitet es nun in Mahlberg-Orschweier. Gerade für diesen Dienst war es in Rust zu eng geworden. „Mit immer mehr Events und Gästen stieg auch bei uns der Bedarf“, erklärt Janina Kern, Leiterin des Bereichs Gästeservice, der für Tagesgäste zuständig ist. Jetzt ist der Platz mindestens doppelt so groß. Im Hintergrund unterstützt ein hochkomplexes digitales System: Telefonie, Tickets, Reservierungen oder Customer-Relations-Plattformen. „Sieben bis acht Programme arbeiten parallel“, erklärt Greissl. Die Internettelefonie über die cloudbasierte Call-Center- und Customer-Experience-Plattform erlaubt genaue Auswertungen. In der Hochsaison werden täglich 1.600 bis 2.200 Anrufe sowie E-Mails bearbeitet. „Unsere durchschnittliche Annahmezeit liegt bei etwa einer Minute“, sagt sie nicht ohne Stolz. Gesprächslimits gibt es aber keine. „Wir nehmen uns aber gerne auch ein Minütchen mehr Zeit für den Gast, strikte Vorgaben gibt es nicht.“ 

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Entlastung für Rust: In der neuen Niederlassung sind Hotelreservierung, Gästeservice und ein Lager untergebracht.

Was heute ein modernes Servicezentrum ist, begann vor rund 25 Jahren mit vier Kolleginnen beim Gästeservice am Haupteingang – und handgeschriebenen Listen. Mit dem Umzug nach Mahlberg-Orschweier verfügt das Team nun über die besten Voraussetzungen, um den steigenden Gästezahlen auch künftig gewachsen zu sein.